Die Gewerkschaftsunion OGBL-LCGB macht Druck: „Die soziale Krise darf nicht länger ignoriert werden“

Vor vollem Haus zogen die Präsidenten der Gewerkschaftsunion OGBL-LCGB eine erste Bilanz des Koordinationstreffen zur Tripartite: „Es ist nicht viel dabei herausgekommen.“ Mit diesen Worten fassten Nora Back und Patrick Dury, die ersten Gespräche zwischen Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften zusammen. Ihrer Meinung nach konzentrierten sich die Gespräche hauptsächlich auf wirtschaftliche Fragen wie Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität oder Energiepreise, während die Sorgen der Arbeitnehmer und Familien weitgehend ignoriert wurden.

Für die Gewerkschaften befindet sich Luxemburg jedoch in einer echten sozialen Krise: zunehmende Armut, immer mehr Working-Poor und ein zunehmendes Wohnraumproblem. Die Gewerkschaften machen deutlich, dass sie keine Tripartite akzeptieren werden, die sich auf technische Maßnahmen oder eine bloße Begrenzung der Energiepreise beschränkt, ohne konkrete Antworten auf die alltäglichen Schwierigkeiten der Bevölkerung zu geben.

Die Gewerkschaftsunion OGBL-LCGB geht mit zwei vorrangigen Forderungen in die kommenden Verhandlungen: dem Schutz der Existenz der Beschäftigten im Privatsektor und der Erhaltung der Kaufkraft. In diesem Zusammenhang bleibt die Anhebung des sozialen Mindestlohns eine zentrale Forderung. Nora Back kritisierte dabei die wiederholten Versuche der Regierung und der Arbeitgeber, die gewerkschaftlichen Forderungen als überzogen darzustellen, obwohl eine Erhöhung des Mindestlohns der Realwirtschaft und den betroffenen Haushalten direkt zugutekommen würde.

Es ist zudem unerlässlich, die Diskussionen auf andere wichtige Themen auszuweiten, insbesondere auf Wohnen und soziale Sicherheit. Patrick Dury warnte vor jeder Entwicklung, die dazu führen würde, dass Menschen keinen angemessenen Zugang mehr zur Gesundheitsversorgung hätten. Er bedauerte zudem das Fehlen eines echten Sozialdialogs und kritisierte Alibi-Verhandlungen, die nur zum Schein geführt würden, während die Entscheidungen der Regierung offenbar bereits feststünden.

Angesichts dieser Entwicklung bekräftigen die Gewerkschaften ihre Entschlossenheit, den Druck weiter zu erhöhen. Sie werden die Mobilisierung so lange fortsetzen, bis die Interessen der Arbeitnehmer, Rentner und Familien endlich ernst genommen werden und ein echter politischer Kurswechsel erfolgt. Die anwesenden Delegierten unterstützten diese Botschaft mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovations. Die Botschaft an Regierung und Patronat ist eindeutig: Ohne echte Verhandlungen und konkrete soziale Fortschritte wird es weitere Aktionen und Demonstrationen geben.

Ein großes Dankeschön gilt allen Teilnehmern für ihre starke Unterstützung, ihre Solidarität und ihre Entschlossenheit.

 

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