Der OGBL und der LCGB haben kürzlich mit der Geschäftsleitung von ARS Exploitation einen neuen spezifischen Kollektivvertrag für die Tankstelle „Aire de Berchem“ unterzeichnet, die 2025 von Q8 übernommen wurde. Das Abkommen deckt die rund 190 Beschäftigten des Standorts ab.
Dieser Kollektivvertrag ist Teil der vollständigen Betriebsübernahme des Standorts Aire de Berchem und des Auslaufens mehrerer bestehender Kollektivverträge. Um einen Verlust von Ansprüchen für die betroffenen Arbeitnehmer zu vermeiden, haben die Sozialpartner gemeinsam an der Ausarbeitung eines einzigen, standortspezifischen Kollektivvertrags gearbeitet, der nun alle Arbeitnehmer aus den Bereichen Gastronomie und Tankstelle in einem gemeinsamen Rahmen zusammenfasst – eine Premiere für diesen Standort.
Der Kollektivvertrag, der für eine Laufzeit von 3 Jahren vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028 abgeschlossen wurde, führt eine Reihe bedeutender Verbesserungen für die Beschäftigten ein:
- eine gestaffelte Gehaltsstruktur bis zum 40. Lebensjahr für unqualifizierte Mitarbeiter und bis zum 30. Lebensjahr für Fachkräfte und Vorgesetzte, die jeweils eine Gehaltsanpassung im Falle einer Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns gewährleistet.
- eine Leistungsprämie und eine Anwesenheitsprämie von jeweils 200 Euro pro Quartal.
- eine Silvesterprämie, die einem Zuschlag von 50 % auf das Gehalt zwischen 19 und 24 Uhr am 24. und 31. Dezember entspricht.
- ein Zuschlag von 25 % für Nachtarbeit, von 70 % für Sonntagsarbeit (auch für Beschäftigte im Gastgewerbe) und von 100 % für Feiertagsarbeit (auch für Beschäftigte im Gastgewerbe).
- die Einführung bezahlter Pausen, bestehend aus einer 20-minütigen Hauptpause sowie zwei zusätzlichen 5-minütigen Pausen, die in einen 8-Stunden-Arbeitstag integriert sind.
- Gewährung zusätzlicher Urlaubstage je nach Betriebszugehörigkeit: 1 zusätzlicher Tag alle 5 Jahre, bis zu einer maximalen Betriebszugehörigkeit von 25 Jahren.
- Ausweitung des Sonderurlaubs: 10 Tage im Falle des Todes eines minderjährigen Kindes, 2 Tage pro Jahr für Arbeitnehmer, die ein Kind mit Behinderung betreuen sowie 8 Stunden, aufteilbar in zwei Halbtage, für Blutspenden.
- Übernahme der Kosten für Sicherheitsschuhe in Höhe von 50 Euro durch den Arbeitgeber oder deren mögliche Erstattung bis zu 35 Euro gegen Vorlage eines Kaufbelegs.
- Vorzugspreise, insbesondere auf Sandwiches.
- Einführung einer Regelung zum schrittweisen Vorruhestand und Anerkennung einer beruflichen Qualifikation nach 10 Dienstjahren am Standort „Aire de Berchem“, unabhängig von der Vertragsart.
Der neue Kollektivvertrag bringt zudem bedeutende Fortschritte hinsichtlich des Sozialdialogs, der Arbeitnehmervertretung und der Arbeitsorganisation mit sich.
Der OGBL und der LCGB begrüßen diese Vereinbarung, die eine Harmonisierung der Arbeitsbedingungen, die Sicherung der erworbenen Rechte sowie eine allgemeine Aufwertung der Arbeitnehmer der „Aire de Berchem“ ermöglicht. Dieser stellt somit einen wichtigen Schritt in der sozialen Strukturierung des Standorts dar und wird dazu beitragen, dessen Stabilität in den kommenden Jahren zu gewährleisten.
Pressemitteilung des OGBL und des LCGB vom 14. April 2026
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