Liberty Steel Dudelange: Treffen mit den Arbeits- und Wirtschaftsministern

Auf Anfrage des LCGB und des OGBL traf sich am 20. April 2022 die Personaldelegation von Liberty Steel unterstützt von den Gewerkschaften mit den Arbeits- und Wirtschaftsministern, um über die zukünftige Entwicklung in Düdelingen zu diskutieren.

Nachdem die Kurzarbeit aufgrund des Scheiterns der PAB-Verhandlungen nicht mehr genehmigt wurde und nach der Entscheidung des Lütticher Unternehmensgerichts über die Liquidation der belgischen Produktionsstätten, forderten die Gewerkschaften eine dringende Unterredung mit der Generaldirektion, in dessen Anschluss ein Treffen mit den für das Dossier zuständigen Ministern stattfand.

So stellten sich am Vormittag des 20. April 2022 beim Treffen mit der Direktion des Standorts Düdelingen zwei wesentliche Fragen:

  1. Werden die Löhne für den Monat April ausgezahlt?
  2. Was sieht Liberty für den Monat Mai vor, nach der Entscheidung des Gerichts in Lüttich, die belgischen Produktionsstätten zu liquidieren?

 

Die Direktion beantwortete die beiden Fragen kurz und bündig wie folgt:

  1. Die Generaldirektion bekräftigte unbeirrt, dass die Löhne für den Monat April gezahlt werden. Die Direktion vor Ort wies darauf hin, dass das Geld heute, spätestens am 21. April, vorliegen müsse, um die übliche Zahlungsfrist einzuhalten. Der LCGB, der OGBL und die Personaldelegation bestanden darauf, rechtzeitig und zum Zeitpunkt der Verfügbarkeit der notwendigen Liquidität informiert zu werden und dass die Löhne gemäß den im Kollektivvertrag vereinbarten Modalitäten ausbezahlt werden. Andernfalls drohten der LCGB, der OGBL und die Personaldelegation mit einer STARKEN Reaktion durch die Mobilisierung ALLER Beschäftigten, sollten  die Modalitäten nicht eingehalten werden!
  1. Hinsichtlich der Entscheidung zur Liquidation der Standorte in Lüttich kündigte die Generaldirektion die Prüfung eines kurzfristigen „Businessplans“ für Düdelingen an, der eine teilweise Versorgung durch die Standorte Skopje und Piombino vorsieht. Die Nachfrage wäre aber nur unzureichend gedeckt, 5 KT für Juni, und nicht rentabel! Es werden weitere Alternativen geprüft, um andere Lieferanten zu finden, während gleichzeitig an einer Lösung mit Lüttich gearbeitet wird, falls die belgischen Standorte ihre Aktivitäten wieder aufnehmen sollten, was durch die drei Konkursverwalter angeordnet werden könnte. Damit würden wir uns im Mai in der gleichen Situation wie im Juni befinden, d.h. es würde nichts produziert werden.

 

Für die Gewerkschaften und die Personaldelegation sind die verschiedenen angekündigten Szenarien unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen!

Am Nachmittag des 20. April 2022, fand dann das Treffen mit den beiden Ministern für Arbeit und Wirtschaft und ihren jeweiligen Expertendelegationen statt. Die Gewerkschaften und die Personaldelegation wiederholten ihre Forderung nach Unterstützung durch die Regierung, die bereits bei der Insolvenzankündigung von Greensill zugesagt und nun nochmal bekräftigt wurde und aus zwei Punkten bestand:

  1. Im Falle eines Konkurses des Standorts Düdelingen unter der Ägide von Liberty wird eine Unterstützung der Beschäftigten gefordert, um einen vorübergehenden Lohnverlust zu vermeiden.
  2. Eine Bestandsaufnahme bezüglich der Übernahmelösungen durch einen neuen industriellen Akteur.

 

Die Gewerkschaften bedankten sich bei den Ministern für die Unterstützung, die sie in diesem Stadium der Gespräche und seit der Konkursankündigung von Greensill vor einem Jahr erhalten haben. Der soziale Frieden ist heute dank des Engagements und der Unterstützung durch die Regierung gesichert und noch immer vorhanden!

Dieser stößt jedoch an seine Grenzen!

Der LCGB und der OGBL haben ebenfalls die Gelegenheit genutzt, um die aktuelle Situation im Unternehmen sowie die Arbeitsatmosphäre, mit der die Beschäftigten tagtäglich konfrontiert sind, zu erläutern.

Sollte es zum Katastrophenszenario, einem Konkurs, kommen, erinnerte der Arbeitsminister an die in Luxemburg bestehenden Hilfen und bestätigte seine volle Unterstützung, um mögliche Lohnverstöße im Falle eines Falles so weit wie möglich zu vermeiden.

Der Wirtschaftsminister wies auch darauf hin, dass er die verschiedenen zuständigen Ministerien sensibilisiert habe, um gegebenenfalls schnell Hilfe zu leisten, damit die Arbeitnehmer nicht übermäßig lange geschädigt würden.

Hinsichtlich einer Übernahme und den möglichen industriellen Akteuren bestätigte der Minister, dass er bereit und in der Lage sei, zu gegebener Zeit zu reagieren.

Es wird alles getan, um eine Lösung für die Zukunft des Standorts Düdelingen zu finden!

Die Gewerkschaften LCGB und OGBL beurteilen die Vorgehensweise der Liberty-Gruppe als schäbig, denn diese Art und Weise tötet die Professionalität innerhalb des Unternehmens!

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