Welttag der sozialen Gerechtigkeit

Der 20. Februar ist Welttag der sozialen Gerechtigkeit. Dieser soll für das Thema Gleichberechtigung sowie die Möglichkeit aller Bevölkerungsgruppen, ohne Diskriminierung am wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt teilzuhaben, sensibilisieren.

Im Jahr 2022 steht der Tag im Kontext der formellen Beschäftigung. So wird der Schwerpunkt auf die Formalisierung der Beschäftigung gelegt, um die immer besorgniserregenderen Ungleichheiten, die alle Schichten unserer Gesellschaft durchdringen, zu verringern.

Laut den Vereinten Nationen verdienen nicht weniger als 60% der weltweiten Erwerbsbevölkerung ihren Lebensunterhalt in der informellen Wirtschaft, d.h. Betrieben, die nicht staatlich registriert sind. Diese Beschäftigten sind weder sozialversichert noch kommen sie in den Genuss von sozialen Errungenschaften, wie sie z.B. in Kollektivverträgen ausgehandelt werden.

Angesichts der weltweiten Zunahme der sozialen Ungleichheiten und da auch Luxemburg von diesen Phänomenen nicht verschont bleibt, fordert der LCGB einmal mehr, dass jedem Arbeitnehmer im Großherzogtum menschenwürdige Arbeitsbedingungen und ein starker Sozialschutz garantiert werden.

Der LCGB hatte bereits im Oktober 2021 darauf hingewiesen, dass Luxemburg den stärksten Anstieg des Armutsrisikos innerhalb der Europäischen Union verzeichnet! Auch hat sich im Zuge der Pandemie das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit derart verschärft, dass mittlerweile jeder 2. Arbeitssuchende seit mehr als einem Jahr arbeitslos ist. Gleichzeitig entsteht eine neue Lohnprekarität aufgrund von digitaler Plattformarbeit.

Laut dem Europäischen Armutsnetzwerk (EAPN) sind Armut und soziale Ausgrenzung untrennbar miteinander verbunden. Die Betroffenen verfügen nicht über die nötigen Ressourcen, um ihre Probleme allein zu lösen, und finden sich in einem Teufelskreis wieder, der zur sozialen Ausgrenzung führt.

Für den LCGB ist es wichtig, eine soziale Kluft um jeden Preis zu vermeiden, insbesondere im Zusammenhang mit der aktuellen Gesundheitskrise! Um zu verhindern, dass sich die sozialen Ungleichheiten noch weiter verschärfen, fordert der LCGB einerseits, die Ausbildung anzupassen und Jugendlichen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Andererseits plädiert der LCGB für einen gesetzlichen Rahmen für die sozialen Absicherung bei Plattformarbeit sowie die Verbesserung der gesetzlichen Bestimmungen bezüglich der Wiedereingliederungshilfe und des Arbeitslosengeldes.

Da insbesondere Geringverdiener und Alleinerziehende von einem hohen Armutsrisiko betroffen sind und angesichts der aktuellen Explosion der Energiepreise, setzt sich der LCGB auch für eine zeitweilige Deckelung der Erdölpreise, eine Aufwertung der Familienleistungen und eine gezielte, an die Familiensituation angepasste Steuerpolitik ein, um die Kaufkraft zu stärken.

 

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