Neuer Kollektivvertrag für Bankangestellte: Inakzeptabel!

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bankensektors,

Am 24. November 2017 haben die Gewerkschaften ALEBA, OGBL-SBA und LCGB-SESF den bestehenden Kollektivvertrag von 2017 gekündigt. Diese Kündigung ist notwendig, um die Verhandlungen eines neuen Kollektivvertrages führen zu können. Wir haben der ABBL einen gemeinsam ausgearbeiteten Forderungskatalog, komplett und detailliert, unterbreitet. Anschließend haben die Gewerkschaften ein erstes Verhandlungsdatum erfragt zwecks Bestandsaufnahme der offiziellen Verhandlungspunkte und der Diskussionsrunden …, die seit 2016 geführt wurden.

Diese erste Verhandlungsrunde fand am 9. Februar statt: Wo stehen wir seitdem mit unseren Verhandlungsergebnissen?

Ja, zum Prinzip eines neuen transparenten Klassifizierungssystems, bestehend aus 4 Funktionsgruppen und aufgebaut auf einer übersichtlichen Matrix. Diese könnte, unter der Bedingung, dass zusätzliche und notwendige Schutzklauseln gegen Missbrauch eingebaut werden, die Einwilligung der Gewerkschaften bekommen.

Ja, zu den Erfolgen in den Arbeitsbereichen Wohlbefinden, Beschäftigungsfähigkeit und Aus- sowie Weiterbildung. Diese Verhandlungen schreiten voran und sind auf einem guten Weg, Dank der Bemühungen aller Gewerkschaften, die sich diesen Themen besonders angenommen haben.

In zwei sehr wichtigen Bereichen gibt es aufgrund der sturen Haltung der Arbeitgeber keine Annäherungen und keinen gemeinsamen Konsens:

  • Entlohnung: die ABBL lehnt jede Form von automatischer Gehaltsentwicklung ab. Keine lineare Erhöhung durch eine 3-Jahres Garantie. Die Juniprämie und die Zugehörigkeitsprämie sollen abgeschafft werden. All dies soll durch eine einzige „Treueprämie“ ersetzt werden, die wesentlich niedriger ausfallen soll. Außerdem soll für die Hälfte der neuen Funktionsgruppen der Gehaltsausgangswert heruntergesetzt werden.
  • Arbeitszeit: die ABBL weigert sich, das neue Gesetz von Dezember 2017 betreffend der Arbeitszeitregelung umzusetzen!

Für die Gewerkschaften sind diese beiden Punkte, in einem nach wie vor florierenden Bankensektor, INAKZEPTABEL!

Die Gewerkschaften haben die ABBL aufgefordert, ihre Position im Hinblick auf die nächste Verhandlungsrunde, am 1. März 2018, zu überdenken.

Wir werden euch auch weiterhin im Detail über die Ergebnisse der Verhandlungen informieren. Diese Verhandlungen werden entscheidend und richtungsweisend sein. Ihr alle, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, innerhalb oder außerhalb des Kollektivvertrages seid betroffen!

Haltet euch bereit: Der Zeitpunkt wird kommen, geschlossen der ABBL zu zeigen, dass wir keinen Kollektivvertrag akzeptieren, der eine Herabsetzung und einen Ausverkauf unseres bestehenden Entlohnungssystems beinhaltet. Einen Kollektivvertrag ohne die bestehenden Garantien für minimale Lohnentwicklungsmöglichkeiten und dessen Lohnpolitik exklusiv auf der individuellen Bewertung und der Gunst der Vorgesetzen beruhen soll.

Für ALEBA, OGBL-SBA und LCGB-SESF steht fest, sollten bis Ende März keine spürbaren Fortschritte erzielt werden, es alleine an der Bereitschaft der ABBL liegt, einen fairen Vertrag abzuschließen. Einen Kollektivvertrag, der einerseits den Mitarbeitern des Sektors gerechte Arbeits- und Entlohnungsbedingungen gewährt und anderseits der Weiterentwicklung und Modernisierung des Finanzplatzes in Luxemburg gerecht wird.

Daraus müssten dann bedauerlicherweise die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden!

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bankensektors: Die Gewerkschaften ALEBA, OGBL-SBA und LCGB-SESF sind mehr denn je einstimmig entschlossen, einen gerechten und angemessenen Kollektivvertrag zu verhandeln und einzuführen, der den Realitäten und Herausforderungen der Gegenwart entspricht sowie auch der bis dato exzellenten Entwicklung des luxemburgischen Finanzplatzes Rechnung trägt.

Nie zuvor in der Geschichte unseres Finanzsektors hat die ABBL so eine Art und Weise an den Tag gelegt und mit unsinnigen sowie törichten Positionen „geglänzt“. Die schwierigen Verhandlungen beunruhigen uns sehr und wir wollten dies mit diesem Schreiben mitteilen.

Wir versichern euch unseren Einsatz und unterstreichen unsere Entschlossenheit, mehr denn je, eure Rechte und Interesse zu verteidigen! Wir zählen auf eure Solidarität und Zusammenhalt, im Falle gewerkschaftlicher Aktionen in naher Zukunft.

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