Neuer Kollektivvertrag für rund 10.000 Beschäftigte: Eine Vereinbarung zur Stärkung der Attraktivität und der Arbeitsbedingungen im Krankenhaussektor

Die Fédération des Hôpitaux Luxembourgeois (FHL), der OGBL und der LCGB haben am 26. März 2025 eine Vereinbarung zur Verlängerung des Kollektivvertrags für die rund 10.000 Beschäftigten im Krankenhaussektor unterzeichnet.

Die Vereinbarung knüpft nahtlos an die Zwischenvereinbarung vom Juli 2025 an und stellt einen wichtigen Fortschritt für die Beschäftigten sowie für die gesamte Branche dar. Die Zwischenvereinbarung hatte bereits konkrete Ergebnisse ermöglicht, darunter die Auszahlung rückwirkender Prämien, eine erste Anhebung des Punktwerts und Verbesserungen bei der Arbeitsorganisation.

Die vorliegende Vereinbarung legt nun einen klaren Rahmen für die Jahre 2026 und 2027 fest und sieht gleichzeitig rückwirkende Maßnahmen für das Jahr 2025 vor.

Für das Jahr 2025 erhalten die Beschäftigten einmalige Prämien in Höhe von 3,79 % des Bruttojahresgehalts, die im Jahr 2026 ausgezahlt werden. Für 2026 ist ein Budget von 4,07 % für strukturelle Maßnahmen vorgesehen, darunter eine Erhöhung des Punktwerts um 0,69 % und eine Aufwertung bestimmter Laufbahnen (+6 Indexpunkte für die Laufbahnen C5 und C6). Diese Bestimmungen berücksichtigen die im öffentlichen Dienst im Jahr 2025 geschlossenen Tarifvereinbarungen, die sowohl als Referenz für die Festlegung der einmaligen Prämien als auch für die Höhe des im Kollektivvertrag von 2026 vorgesehenen Budgets dienen.

Die Vereinbarung führt zudem konkrete Verbesserungen der Arbeitsbedingungen ein. In einem Sektor, in dem die wöchentliche Arbeitszeit auf 38 Stunden festgelegt ist, wird der Wert eines freien Tages, der bisher bei 7,6 Stunden lag, auf 8 Stunden angehoben. Diese Anpassung bedeutet einen Gewinn von bis zu 14,4 zusätzlichen freien Stunden pro Jahr, ohne dass sich die Arbeitsbelastung erhöht. Letztere wird durch die Einstellung von zusätzlichem Personal ausgeglichen; eine wichtige Maßnahme, die zur Verbesserung der Lebensqualität am Arbeitsplatz beiträgt und von der auch unsere Patienten profitieren werden.

Zu den wichtigsten Fortschritten zählen Bestimmungen zur Anerkennung der Betriebszugehörigkeit, die den beruflichen Werdegang berücksichtigen und eine gerechtere Kontinuität in der Karriereentwicklung gewährleisten, und zwar im Einklang mit den bestehenden Regelungen. Diese Maßnahme geht einher mit der Abschaffung von Übergangslaufbahnen und garantierten Neueinstufungen ohne Nachteile für die Beschäftigten.

Die Rechte der Personalvertreter werden ebenfalls gestärkt, insbesondere durch eine Aufstockung des Betriebsmittelfonds der Personalvertretungen.

Der Geltungsbereich des Kollektivvertrags wird durch die Einbeziehung der Nationalen Einkaufs- und Logistikzentrale (CNAL) erweitert, wodurch die Kohärenz des Sektors gestärkt wird.

Durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Karriereperspektiven und der Vergütung stellt diese Vereinbarung zudem einen wichtigen Hebel dar, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken und die Attraktivität des Krankenhaussektors zu steigern.

Die Sozialpartner begrüßen eine ausgewogene und ehrgeizige Vereinbarung, die die Situation der Beschäftigten konkret verbessert und zur Zukunft des luxemburgischen Gesundheitssystems beiträgt.

 

Mitteilung des OGBL, des LCGB und der Fédération des Hôpitaux Luxembourgeois vom 26. März 2026

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