Arbeitsplätze bei ArcelorMittal gefährdet : Der OGBL und der LCGB fordern den Premierminister auf, umgehend eine Stahl-Tripartite einzuberufen

Der Europäische Betriebsrat von ArcelorMittal wurde am 29. Januar 2026 von der europäischen Konzernleitung über die Einleitung einer neuen Studie zu Support-Funktionen informiert, die zur Verlagerung von Einheiten nach Indien und Polen führen könnte.

Insgesamt wird die Studie einen Bereich mit 5.600 Arbeitsplätzen in Europa umfassen. In Luxemburg umfasst dieser 1.150 Arbeitsplätze.

Bis heute sind den Gewerkschaften keine möglichen Auswirkungen auf die Anzahl der Arbeitsplätze bekannt, die tatsächlich abgebaut werden könnten, aber es ist klar, dass die Plötzlichkeit dieser Ankündigung die europäischen Gewerkschaften, darunter den OGBL und den LCGB in Luxemburg, zutiefst schockiert hat.

Zur Erinnerung: Seit Oktober 2025 führen die luxemburgischen Gewerkschaften, die Regierung und die Geschäftsleitung von ArcelorMittal Verhandlungen, um die ausgelaufene Tripartite-Vereinbarung zu erneuern.

Diese Verhandlungen finden in einem komplexen Umfeld statt, das von einer unsicheren und sehr wettbewerbsintensiven europäischen und globalen Konjunktur geprägt ist. Darüber hinaus fällt es der Geschäftsleitung von ArcelorMittal schwer, sich klar und detailliert zu ihren globalen Verpflichtungen zu äußern. Diese Situation blockiert die Verhandlungen und gefährdet den Abschluss der Gespräche über einen Kompromiss, der jedoch für den Fortbestand der Produktionsstätten in Luxemburg und aller betroffenen Arbeitsplätze von entscheidender Bedeutung ist.

Die Gewerkschaften OGBL und LCGB haben von einem vertraulichen Gespräch zwischen dem Premierminister und dem CEO von ArcelorMittal über diese für die Arbeitsplätze in Luxemburg gefährliche Situation erfahren.

Aufgrund dieser Information und angesichts der Ankündigungen auf europäischer Ebene sowie ihrer möglichen Auswirkungen auf Luxemburg haben OGBL und LCGB einen Brief an den Premierminister gerichtet, in dem sie ihn um die dringende Einberufung einer Stahl-Triparite unter seinem Vorsitz bitten, um diese Situation zu klären.

Das Tripartite-Modell ermöglicht seit Jahrzehnten die Aufrechterhaltung der Stahlindustrie im Land sowie aller damit verbundenen Arbeitsplätze.

Es ist unerlässlich, dass die Regierung alles in ihrer Macht Stehende unternimmt, um die Fortführung des luxemburgischen Modells zu gewährleisten, um das wir so beneidet werden.

Der OGBL und der LCGB lehnen ihrerseits jede Verlagerung entschieden ab, die die Arbeitsplätze, die Kompetenzen und die Zukunft der luxemburgischen Stahlindustrie gefährden könnte. Die Gewerkschaften engagieren sich voll und ganz in dieser Angelegenheit und verteidigen das Tripartite-Modell, um die Stahlindustrie und alle damit verbundenen Arbeitsplätze im Land zu erhalten. 

Mitteilung des OGBL und des LCGB, 11. Februar 2026

 

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