Steuerreform: Der OGBL und der LCGB begrüßen die automatische Anpassung des Steuertarifs an die Inflation, fordern jedoch mehr Steuergerechtigkeit

Die „Union des syndicats OGBL-LCGB“ traf sich am 27. November 2025 mit dem Finanzminister, um über das Vorhaben der Einführung eines einheitlichen Steuertarifs ab dem Jahr 2028 zu diskutieren.

Bei diesem Treffen kündigte der Minister insbesondere seine Absicht an, ab 2028 einen Mechanismus zur automatischen Anpassung der Steuertabelle an die Inflation einzuführen, der sich an den Indexstufen orientiert. Ein solcher Mechanismus ist eine langjährige Forderung des OGBL und des LCGB, da er eine Erhöhung der Steuerbelastung für Haushalte infolge der Anwendung einer Indexstufe vermeiden würde.

Die Schaffung eines einheitlichen Steuertarifs auf der Grundlage der aktuellen Steuerklasse 1a wird für die Mehrheit der Steuerzahler zu einer Steuersenkung führen – was natürlich zu begrüßen ist.

Für Personen, die dadurch benachteiligt würden (insbesondere Haushalte mit einem Einkommen, die derzeit in der Steuerklasse 2 besteuert werden), ist eine Übergangsphase von 25 Jahren vorgesehen, während der sie im derzeitigen System verbleiben.

Die „Union des syndicats OGBL-LCGB“ begrüßt die Verlängerung dieser Übergangsphase auf 25 Jahre – gegenüber den ursprünglich angekündigten 20 Jahren –, hält diese Verlängerung weiterhin für unzureichend und ist der Ansicht, dass sie unbefristet beibehalten werden sollte.

Die Gewerkschaft begrüßt auch die Ankündigung des Ministers, bestimmte Beträge im Zusammenhang mit Sonderausgaben sowie die Steuergutschrift für Alleinerziehende zu erhöhen. Sie betont jedoch die Notwendigkeit, parallel dazu die Steuergutschriften für Arbeitnehmer und Rentner, die sozial gerechter sind, zu erhöhen und die Anspruchsvoraussetzungen für deren Inanspruchnahme anzupassen.

Darüber hinaus ist die „Union des syndicats OGBL-LCGB“ der Ansicht, dass der neue Steuertarif das Phänomen des „Mëttelstandsbockel” verstärken könnte, d. h. eine besonders starke Progressivität für mittlere Einkommen. Um eine gerechtere Besteuerung zu gewährleisten, fordern der OGBL und der LCGB eine Abflachung dieses „Steuerbuckels” und eine konsequentere Besteuerung von hohen Einkommen.

Nach den Ankündigungen des Ministers soll die Reform teilweise dadurch finanziert werden, dass der Steuertarif in den nächsten Jahren nicht an die Inflation angepasst wird.

Diese Finanzierung entspricht somit einer Erhöhung der Steuerlast für Haushalte, während für 2027 eine weitere Senkung der Unternehmenssteuern vorgesehen ist. In einem Kontext, in dem die Einnahmen aus der Besteuerung der Haushalte bereits weit über denen aus der Besteuerung der Unternehmen liegen, wird eine solche Senkung von der „Union des syndicats OGBL-LCGB“ entschieden abgelehnt.

Insgesamt korrigiert der Entwurf nicht die strukturellen Steuerungleichheiten, die dem derzeitigen System innewohnen. Die „Union des syndicats OGBL-LCGB“ fordert daher eine Strukturreform, die darauf abzielt, hohe Einkommen sowie Vermögen und Kapitaleinkünfte, die derzeit gegenüber Einkommen aus unselbständiger Arbeit oder Renten stark begünstigt sind, konsequenter zu besteuern.

Mitteilung der „Union des syndicats OGBL-LCGB“ vom 28. November 2025

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