Gedenkfeier: Erinnerung an zwölf Opfer des deutschen Nationalsozialismus

Diverses - 04.08.10
Unter den 27 Millionen Sowjet¬bürgern, die zwischen 1940 und 1945 Opfer des gefürchteten Nazi¬terrors wurden, waren auch zwölf Gefangene, die als Ostzwangsarbeiter im Lager Schleifmühle interniert waren, in den Bahnhofswerkstätten der Stadt Luxemburg arbeiteten und bei den Bombenan¬griffen 1944 umkamen.

 

Nur fünf dieser zwölf Opfer konnten damals identifiziert werden. Ihre Namen wurden auf einer der Gedenktafeln verewigt, die 1957 von der Bonneweger Vereinsentente aufgestellt wurden. Mit der Hilfe des früheren russischen Botschafters Edouard Malayan wurden im Jahr 2009, bei Gelegenheit des Jahrestages des Kriegsendes, auch die Namen der sieben anderen Gefangenen bekannt. Auch sie wurden auf einer Gedenkplakette eingraviert.

Am 9. Mai 2010 fand zu ihrer aller Ehre eine offizielle Gedenk¬feier statt, zu der die Lokalsektio¬nen der Katholischen Männeraktion und des LCGB sowie die Botschaft der Russischen Föderation eingeladen hatten. Nach einem fei-erlichen Gottesdienst in der Bonneweger Pfarrkirche setzte sich der Festzug in Richtung Friedhof in Bewegung. In Anwesenheit des Ersten Bürgers Laurent Mosar wurden Blumen niedergelegt, bevor Luss Heyart als Sprecher der Veranstalter darlegte, wie es zu dieser Gedenkfeier gekommen war.

Im Namen der Stadt Luxemburg bedauerte Schöffin Viviane Loschetter, dass die Zeitzeugen der Kriegsereignisse immer weniger würden. Für die Jugend von heute sei es wichtig, die Vergangenheit zu verstehen um die Zukunft planen und bestimmen zu können.

Der russische Botschafter Alexander Shulgin seinerseits erinnerte daran, dass die Sowjetunion nicht allein, sondern zusammen mit den alliierten Streitkräften gegen Nazi-Deutschland gekämpft hat. Er vergaß auch nicht, den hohen Blutzoll zu erwähnen, den Luxemburg gezahlt hat. Dabei sei es zwar eingenommen, aber nicht unterworfen worden. Für Alexander Shulgin ist diese Gedenkfeier ein Symbol der Versöhnung, da die Feinde von gestern die Partner von heute sind. Erzpriester Serge Poukh, Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche von Luxemburg, stand der eigentlichen Gedenkfeier vor. Der Geistliche segnete ein orthodoxes Kreuz, das an¬schließend an der Gedenkplakette befestigt wurde.

Mit dem Abspielen der russischen und der luxemburgischen Nationalhymnen durch die ,,Tramsmusek" schloss die offizielle Feier ab. Beim anschließenden Empfang im Bonneweger Pfarrheim richteten Jean-Paul Schneider und Marcel Kraus im Namen der KMA und des LCGB Worte des Dankes an die Gäste. (LuWo - Luxemburger Wort)

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