Villeroy & Boch Luxemburg (1748 – 2010): eine Ära endet

Heute, am 30. Juni 2010 stellt Villeroy & Boch seine Produktion in Luxemburg ein. Es wird still auf 330, rue de Rollingergrund und 262 Jahre Keramikherstellung in Luxemburg neigen sich dem Ende zu. Tausende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, gar ganze Familien arbeiteten bei Villeroy & Boch in Luxemburg. Unzählige Mitarbeiter haben an diesem Standort ihre Lehre und Ausbildung gemacht. Auf dem Höhepunkt beschäftigte Villeroy & Boch über 1.500 Mitarbeiter(innen).

Früher war das Unternehmen über die Grenzen hinweg bekannt für seine soziale Einstellung. Diese Einstellung wurde nach Generationen auf dem Altar der Gewinnmaximisierung geopfert und die Gewerkschaften mussten mehrere Sozialpläne verhandeln.

Das Vertrauen der Belegschaft in die Betriebsleitung litt stark und Spekulationen wurden lauter. Die Mitarbeiter(innen) hatten ein gutes Gespür dafür, was hier vor sich ging. Am 20. März 2009 kam dann die Hiobsbotschaft. Die Produktion von Villeroy & Boch in Luxemburg wird eingestellt.

Proteste, Demonstrationen, Kundgebungen und Arbeitsniederlegungen waren die Folgen: eine Zerreißprobe zwischen den Mitarbeiter(innen), ihren Gewerkschaften und der Betriebsleitung in Mettlach (D).

Heute noch sehe ich einen jungen Aktionär von Villeroy & Boch (schätzungsweise Ende 20 in graugestreiftem Anzug) in die Hauptversammlung der Aktionäre hineingehen, der den Belegschaftsmitgliedern, welche für ihren Arbeitsplatz manifestierten, zurief: „Was hättet ihr denn gerne??".
Oder aber Herr Wendelin von Boch, der Ende April 2010 vor dem Brandenburger Tor in Berlin mit Arbeitgebern des Saarlandes demonstrierte und ein Plakat hochhielt, worauf zu lesen war: „Wir schaffen die Arbeitsplätze"!

Villeroy & Boch wird in Luxemburg nur noch Keramik verkaufen aber nicht mehr herstellen, das ist ab heute Fakt.
Die Zukunft jedoch wird uns zeigen, wie lange die Grundstücke und die Produktionshallen im Rollingergrund leer stehen.

Der LCGB ist davon überzeugt, dass es nicht so sein wird, wie etwa auf den Industriebrachen in Wiltz, Clerf oder anderswo.
Nein, der LCGB ist davon überzeugt, dass bald große Baggerschaufeln anrücken werden um Platz zu schaffen für neue Immobilien vor den Toren der Stadt Luxemburg.

Man ist ja auf Gewinnmaximisierung eingestellt.

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