Mit Befremden hat das Nationale Aktionskomitee gegen Atomkraft die Aussagen des luxemburgischen Premiers Jean-Claude Juncker und der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer in Sachen Cattenom aufgenommen. Man fordere, so hieß es seitens der zwei Politiker, „klare Antworten“ auf die Frage, ob es sich bei den wiederholten Vorfällen im Atomkraftwerk Cattenom nur um Störungen oder um ernstzunehmende technische Defekte handele. Ansonsten müsse Cattenom geschlossen werden.
Von wem sollen diese klaren Antworten kommen? Von den Betreibern, die voreilig behaupten, das AKW Cattenom habe die europäischen Sicherheit-Stresstests bestanden? Und im gleichen Atemzug eine Verlängerung der Laufzeit bis 2052 fordern, obwohl erst Anfang 2012 ein ernstzunehmender Zwischenfall in der Atomzentrale passierte? Oder etwa von der französischen Regierung, mit ihrer unkritischen Pro-Atom Politik?
Weder das Saarland noch Luxemburg dürfen sich auf eine solche Argumentation einlassen. Beide müssen weiterhin – ohne Wenn und Aber - die sofortige Stilllegung von Cattenom fordern, da dieses Atomkraftwerk tagtäglich eine existenzbedrohende Gefahr für beide Länder darstellt. Und beide Regierungen müssen sich mit allen Mitteln, auf politischer wie juristischer Ebene, gegen die geplante Laufzeitverlängerung wehren. Die Vision, dass die Bevölkerung der Großregion noch weitere 40 Jahre mit dieser Bedrohung leben soll, ist schlicht unerträglich!
Die gleichen Forderungen wurden übrigens am 2. Februar auch von der luxemburgischen Abgeordnetenkammer mittels einer einstimmig angenommenen Motion an die Regierung gerichtet.
Mitgeteilt vom Nationalen Aktionskomitee gegen Atomkraft, den 10. Februar 2012.












